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Wer zwei linke Hände hat, geht lieber zur Werkstatt

 

Zu Beginn der Fahrradsaison sind nicht nur die Reifen und Bremsen zu checken


Von Ralf Munser
 

BAD HOMBURG. Es ist hochmodernes Sportfahrzeug, zuverlässiges Verkehrsmittel oder einfaches Transportmittel, dient dem Freizeitspaß ebenso wie der täglichen Einkaufstour - das Fahrrad. Mit dem nahen Frühling wächst auch wieder der Wunsch zum Fahren. Mit den ersten Sonnentagen sind die meisten Freizeitfahrer aus dem Winterschlaf erwacht. Doch worauf ist vor dem ersten Ausflug und der notwendigen Pflege des eigenen Drahtesels zu achten?

"Bremsen und Reifen checken", gehört laut Volker Radek, Sprecher des Kreisverbands des ADFC, zu den ersten Dingen nach der Winterpause. Direkt danach kommt das Fetten der Kette. Im Grunde sollte man aber regelmäßig einen "gründlichen Check-up des Fahrrads machen". Gehen alle Gänge, sitzen die Pedale fest und funktionieren die Seilzüge? Nicht vergessen: "Schrauben nachziehen".

"Wenn man bei der ersten Tour die Saalburg runterkommt und es geht was nicht, ist es zu spät", so Radek. Auch das Fahrrad sei eben ein technisches Gerät, das der Wartung bedürfe. Man könne viel selbst machen - oder gehe in die Werkstatt des ADFC im Bad Homburger E-Werk in der Wallstraße. Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat ist die Werkstatt zwischen 17.30 und 20 Uhr geöffnet. "Dort gibt es Anleitung für Leute, die nicht so gut beim Schrauben sind." Und wer zwei
linke Hände oder einfach keine Zeit hat, "kann immer noch zum Händler gehen".

Mit dem Fahrrad zur Inspektion? Klar, sagt Sabine Diehl-Becker. Sie ist Mitinhaberin des ältesten Bad Homburger Fahrradgeschäfts. 1926 wurde die heutige Firma "Fahrrad Diehl" von ihrem Großvater Heinrich Diehl gegründet. "Ein Auto wird doch auch jedes Jahr zur Inspektion gegeben - beim Fahrrad wird das gern vergessen", sagt Sabine Diehl-Becker. 22 Euro kostet die kleine Inspektion. Darin enthalten ist unter anderem das Einstellen der Bremsen und der Schaltung, das Überprüfen aller Schraubverbindungen, ein Reifentest und Ölen. 15 bis 20 Kunden kommen im Frühjahr täglich mit solchen Wünschen. Viele seien es gerade im März. Vor allem, weil mittlerweile auch die Fahrräder komplizierter zu warten sind: "Scheibenbremsen, aufwändige Gangschaltungen - es ist ein bisschen schwerer geworden." Und für vieles brauche man schon Spezialwerkzeug. Eine regelmäßige Wartung diene der Sicherheit und dem Werterhalt des Rades. Eines der gängigsten Probleme ließe sich aber noch immer ganz einfach lösen - per Luftpumpe. "Viele fahren mit zu wenig Luft", weiß Sabine Diehl-Becker. Nicht nur, dass das Treten schwerer falle, "jeder Stoß auf der Straße geht auf die Felge".

Den Gang zum Profi vor jeder neuen Saison rät Sabine Diehl-Becker besonders Eltern an. Gerade wegen des Helms. "Es ist enorm wichtig, dass der Helm richtig sitzt." Da würde viel falsch gemacht. Fehler machten Eltern oft beim Kauf des Rades. "Kinderfahrräder werden oft zu groß gekauft." Dann würden die Abstände nicht stimmen und die Kleinen hätten häufig Probleme, mit den Füßen auf den Boden zu kommen. Da sollte man besser erst einen Profi fragen. "Wenn ein Kind erst mal schlimm hingefallen ist, hat es Angst und will oft gar nicht mehr fahren."
• Die Firma Fahrrad Diehl - eines von vier Geschäften in Bad Homburg - ist in der Haingasse 8 unter Tel. 0 61 72 / 2 63 05 erreichbar. Der ADFC Hochtaunus bietet im Internet eine ausführliche Checkliste zur Funktionskontrolle von Fahrrädern an: www.vbr.com/adfc/tls99/radcheckliste1.htm. Die nächste Veranstaltung des Fahrrad-Clubs findet am Samstag, 15. März, ab 11 Uhr in Wehrheim statt. Bei einem Fahrradbasar in der Heinrich-Kielhorn-Schule wird der ADFC unter anderem Räder codieren.
 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 2003
Dokument erstellt am 03.03.2003 um 00:04:44 Uhr
Erscheinungsdatum 03.03.2003 | Ausgabe: R45 | Seite: 26